Natur- und Wildnispädagogik

Die Wildnispädagogik wurde in den Anfängen als Meisterlehre vor allem durch Tom Brown und seinem Schüler Jon Young verbreitet, basierend auf dem Wissen und Lehren von Stalking Wolf, einem Lipan Apachen und anderen indigenen Naturvölkern. Das übergeordnete Ziel der Wildnispädagogik ist es daher, eine Beziehung des `zu Hauses` in der heimischen Natur aufzubauen und ein Verständnis für die natürlichen Vorgänge, im Sinne einer tiefgreifenden Ortskenntnis zu entwickeln, so dass die Beziehung zwischen Mensch und Natur gestärkt wird. Erkennbar wird diese Verbindung z.B. dadurch, dass die Gewohnheiten und Eigenschaften der Tiere um einen herum bekannt sind oder die Rhythmen und Kreisläufe der Pflanzenwelt verinnerlicht werden. Über das Kennenlernen des natürlichen Umfeldes und die Auseinandersetzung mit den Lebensformen, ihren Überlebensstrategien, Eigenarten, Netzwerken etc., erfährt der Mensch gleichzeitig mehr über sein eigenes Dasein und Handeln, welches eingebunden ist in ein größeres ökologisches Gesamtbild.

Die konkret vermittelten Inhalte umreißen Themen, wie z.B. Pflanzen- und Tierwissen, Spurensuche, Vogelsprache, ökologische Zusammenhänge, Survival, Wahrnehmung, Naturhandwerk oder nachhaltiges Denken und Handeln. Dazu werden Inhalte zur Entschleunigung, zum Gemeinschaftserleben sowie zum einfachen und konsumfernen Leben erfahrbar, was als Kontrasterfahrungen eine kritische Beschäftigung mit der eigenen Lebensweise und den aktuellen gesellschaftlichen Trends ermöglicht. Die Inhalte werden mit der besonderen Lehrmethode des `Coyote Teaching` vermittelt. Hierunter versteht man die Begleitung von Schülern zu selbstangeleitetem Lernen, d.h. es werden wenig Lösungen oder Wissensinhalte vorgegeben, sondern es wird versucht, über Fragen, Rätsel, Geschichten, Spiele und eigene Erfahrungssituationen eine Neugierde zu erzeugen, welche eigenständig befriedigt werden muss, wodurch sich die Wissensbestände und das eigene Handlungsspektrum der Lernenden Stück für Stück erweitern. Allen Angeboten der Wildnispädagogik liegt also die unmittelbare eigene Erfahrung und das eigene Tun zugrunde.